Ethik-UnterrichtNur selbst denken macht schlau

Durch die Vermittlung von verschiedenen ethischen, philosophischen aber auch religiösen Standpunkten steht die eigene Meinungsbildung im Ethikunterricht im Vordergrund. Diese Standpunkte sind nötig, um die eigene Meinung zu rechtfertigen, zu vertreten und vor allem abwägen zu können. Andere Aspekte und Blickwinkel dabei zu akzeptieren und in einen Dialog darüber zu treten, sind weiterhin essentiell. Oder wie Jürgen Habermas es ausdrücken würde: Mündig ist, wer den zwanglosen Zwang des besseren Argumentes zu erzeugen und zu akzeptieren vermag.

Doch nicht nur die Meinungsbildung und die Akzeptanz anderer sind zentral. Um unsere Schüler zu eigenständigen und verantwortungsbewussten Persönlichkeiten zu erziehen, ist es notwendig, dass sie sich nach Kant ihres eigenen Verstandes bedienen, denn: „Nur selbst denken macht schlau“. Die Schulung der Urteilskraft in einer risikobehafteten Welt, wie sie heute existiert, ist unumgänglich, um sich normativ in unserer wissenschaftlich-technisch versierten Gesellschaft zu orientieren.

Die Schüler müssen zu einem interkulturellen Konsens befähigt werden, bei dem traditionelle Werte- und Normensysteme scheitern. Die Beförderung der Gemeinsamkeiten innerhalb einer so vielschichtigen Gesellschaft scheint durch die Ethik oder die Philosophie einen Weg gefunden haben, diese zu befördern und Unterschiede als Vielfalt zu akzeptieren. Differierende Kulturen, Religionen und Traditionen sollen den Blick auf ethische oder philosophische Diskurse der Integration lenken und bewirken, Menschen, egal welcher Religion, Tradition oder Kultur sie angehören, zu wertschätzen.

Durch die Kooperation mit dem Religionsunterricht ist es möglich, die Schülerinnen und Schüler auf dem Weg des Suchens und Forschens nach selbstverantworteten Sichtweisen und eigenen Haltungen zu begleiten und sie dabei authentisch mit den christlichen Wurzeln unserer abendländischen Kultur, dem christlichen Welt- und Menschenbild, aber auch den anderen weltreligiösen und humanistischen Traditionen bekannt und vertraut zu machen.

Durch diese gut funktionierende Zusammenarbeit können möglichst viele Aspekte betrachtet werden und die Lehrkräfte können flexibler auf entstehende Fragen eingehen.